|
![]() |
![]() |
![]() |
||||||||||
|
Beruf: Schuler-Journalist
Das Programm EuroSPIN (European Students' Press Initiative) begann im Jahr 2000 auf Initiative einer Zeitung und einer griechischen Schule. Das Ziel war die Zusammenarbeit zwischen Massenmedien und Schulen in Europa. Schulerinnen und Schuler in ganz Europa haben die gleichen Fragebogen ausgefullt. Die Ergebnisse wurden in Griechenland von den Mitgliedern des Eurospin-Teams auf der Homepage des Projekts gesammelt, ediert und prasentiert. So entstand reichhaltiges Material fur eine zu veroffentlichende Studie uber die Lebensweisen junger Europaer, ihre Erwartungen an die Schule, ihre Identitat, und ihre Einstellungen zu Europa. Nach einem Jahr traten die Schuler erneut in Aktion. Nachdem das Umfragematerial in vier Bereiche aufgeteilt war und jedes beteiligte Land seinen Teil ubernommen hatte, gingen die Schuler daran, kleine Zeitungsartikel zu der Umfrage zu entwerfen und selbst zu schreiben. In jedem Land wurden die Schuler dabei von Profi-Journalisten bei einer Zeitung oder Zeitschrift angeleitet. Die Zeitschrift "Europe et Liberte" (Europa und Freiheit) unterstutzte die franzosischen Schuler in ihrer Arbeit. Umwandlung der Zahlen in Informationen Wenn man
die Unmenge an Tabellen, Zahlen und Graphiken zum ersten Mal sieht, reibt
man sich die Augen. Die 9.- und 10.-Klassler des Jean-Moulin- und des
Alphonse-Daudet-Gymnasiums in Paris waren die franzosischen Vertreter
des Projekts. Ihr Auftrag: die Daten zu analysieren und sie in Zeitungsartikeln
aufzubereiten. Im Rahmen des EuroSpin-Projekts war ein offenes Diskussionsforum
fur die jungen Leute im Internet eingerichtet worden. So konnten die jungen
Autoren Erlauterungen einholen fur gewisse Zahlen und Daten, einfach indem
sie direkt ihre Mitschuler in Griechenland, Deutschland oder Osterreich
um Erklarung baten. Und sie antworteten auch fur die franzosische Seite
auf Fragen, die von den anderen kamen. Im Ausland arbeiten? Okay, aber nicht uberall... Auf geht`s nach Europa! Ist unsere Generation im Zeitalter von Europa wirklich bereit, in ein anderes europaisches Land zu ziehen, um sich dort eine berufliche Zukunft aufzubauen? Der europaische Arbeitsmarkt entwickelt sich und die Jugendlichen scheinen es sicherer zu finden, in einem EU-Land zu arbeiten. Die technologische und wirtschaftliche Entwicklung motivieren die jungen Leute, ihr Land zu verlassen und woanders Arbeit zu suchen. Aus der EuroSpin-Umfrage geht hervor, dass ungefahr 70% der jungen Europaer bereit sind, ihr Heimatland zu verlassen, wenn ihnen jemand eine interessantee Stelle oder einen Studienplatz anbietet. Aber es gibt Unterschiede: die jungen Frauen erscheinen eher entschlossen, bei einem tollen Angebot ihre Heimat zu verlassen. Das Bild der Frau, die ihr Studium oder ihre Karriere fur Ehe und Familie aufgibt, gehort endgultig der Vergangenheit an. Allerdings sind wenige Jungen in Europa sich sicher, dass sie spater eine solche Entscheidung treffen wurden. Die Mehrheit erklart, dass alles von der Art der Arbeit und dem vorgeschlagenen Zielort abhangt. Das Bild der EU in den Medien vermittelt den jungen Europaern Sicherheit. Dank gemeinsamer europaischer Projekte haben viele Schuler Gelegenheit, andere EU-Lander kennzulernen. Au?erdem ermoglichen moderne Transportmittel wie der Thalys, der Eurostar oder der S-Zug einfache, schnelle Reisen vom einen Land ins andere, was die Jugendlichen nutzen. Die Einfuhrung der neuen gemeinsamen Wahrung ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Die junge Generation scheint sich keine Sorgen wegen der Aussicht zu machen, innerhalb von Europa umziehen zu mussen, um sich ihre Zukunft zu sichern. Audrey, P.-David, J.-Marc, Clement, Yann, Sydney, Mathieu
Zu Beginn des neuen Jahrtausends traumen die europaischen Jugendlichen mehr denn je vom Land der "Goldgraber" und der Hollywood-Stars. Rund 80% aller jungen Europaer sind bereit, fur einen interessanten Job in die USA zu gehen. Die USA, seit 500 Jahren Einwanderungsland, symbolisieren das Land der Traume, des Reichtums und des Erfolgs. In kultureller Hinsicht wird Europa immer wieder von der amerikanischen Gesellschaft beeinflusst. Durch Fast Food, Freizeitmode und zahlreiche Kinoproduktionen ist Amerika in jedem Moment unseres Alltags prasent. Das erklart das Interesse der europaischen Jugendlichen an den USA. Interessant ist die Feststellung, dass 69% der osterreichischen Jugendlichen bereit waren, nach Nordamerika zu gehen, und das in einer Zeit, da es in Osterrich fast keine Arbeitslosigkeit gibt. Andererseits reizt die Idee, in andere, nicht naher benannte Lander zu ziehen, die Befragten sehr viel weniger. Das Beispiel Deutschlands ist hier bezeichnend. Der Prozentsatz der Ausreisewilligen sinkt auf die Halfte, wenn statt der USA ein anderes, nicht naher benanntes Land das Ziel sein soll (USA 80%, 40% andere Lander). Es ist erstaunlich und auch ein bisschen traurig, dass so viele europaische Jugendliche bereit sind, ihr Land fur eine Angebot in den USA zu verlassen.
Hier die
Antworten der europaischen Schuler: Umzug an einen anderen Ort Die meisten Schuler in Europa sind bereit, in andere Gegenden oder Stadte zu ziehen, um einen Studienplatz oder eine Arbeit zu finden. Auch der Umzug innerhalb des Landes beunruhigt niemanden mehr. 89% der Jugendlichen wurden es tun, wenn das Angebot gut ware. Mit 97% sind die jungen Deutschen diejenigen Europaer, die von dieser Moglichkeit em meisten begeistert sind. Zweifellos spielt hier der Fall der Mauer, der Deutschland so lange Zeit in zwei Teile geteilt hatte, eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite stehen die jungen Griechen, und zwar besonders die Jungen, die nicht so gern von ihrem Heimatort wegziehen mochten. Vielleicht liegt das an ihrer mediterranen Kultur. Aufgrund ihrer Erziehung bleiben sie lieber in der Nahe der Familie. Den Blick auf die Zukunft gerichtet Was werden
wir spater tun? Wie wird unser Leben weitergehen? Antonin und Baptiste
Die Meinungen der Schuler sind gespalten in der Frage, ob das, was sie in der Schule lernen, ihnen in einem vereinten Europa noch von Nutzen sein wird. Osterreich ist ein besonderer Fall, weil ein Viertel der Schuler glaubt, dass ihre Schule sie nicht ausreichend auf eine Zukunft im vereinten Europa vorbereitet. Dagegen stimmen in den anderen Landern die Jugendlichen vor allem darin uberein, dass ihnen ihre Kenntnisse unabhangig von Europa nutzlich sein werden. Vielleicht liegt es daran, dass in anderen Landern der Unterricht in Literatur oder Geschichte nicht die gleiche Rolle spielt. Dabei denken wir an die Osterreicher (und das sind hier ubrigens vor allem Jungen), die glauben, dass das, was sie lernen, im vereinten Europa uberholt sein wird. Theo
"Was machst du, wenn du gro? bist?" Eine Frage, die wohl jeder schon einmal gehort hat. Einige konnen darauf antworten, einige haben keine Ahnung, aber sehr viele fragen sich selbst. Die Gesellschaft verandert sich, die Berufe auch. Neue Technologien nehmen tagtaglich mehr Raum in unserem Leben ein. Die Schule muss zur Vorbereitung ihrer Schuler auf zukunftige Entwicklungen ihren Beitrag leisten. Im allgemeinen beobachten wir, dass die Schuler in Europa sich auf die gesellschaftlichen Entwicklungen nicht vorbereitet fuhlen. Nach Aussage der EuroSpin-Umfrage denken nur 18,1% aller Befragten (in Osterreich, Deutschland, Griechenland und Frankreich), sie seien gut vorbereitet. Ob die Jugendlichen wohl an der Effektivitat ihrer Schulsysteme zweifeln? Wenn wir das Thema etwas genauer betrachten, so stellen wir fest, dass die Antworten sich von Land zu Land unterscheiden. Wir wissen, dass in Frankreich ebenso wie in Deutschland die Arbeitslosigkeit wahrend der wirtschaftlichen Krise erschreckende Hohen erreichte, und die Erinnerung daran ist noch frisch. Ungefahr die Halfte aller 13-14jahrigen Franzosen glauben nicht oder wissen nicht, ob sie auf die neuen gesellschaftlichen Entwicklungen gut vorbereitet sind. In einigen Landern gibt es mehr Vertrauen in die Zukunft, so zum Beispiel in Osterreich. 70,2% der osterreichischen Schuler denken, dass sie einigerma?en ausreichend auf die Gesellschaft von morgen vorbereitet sind. Aber dort tendiert auch die Arbeitslosigkeit gegen Null. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Wir beobachten, dass die Madchen weniger vertrauensvoll in die Zukunft blicken als die Jungen. In Griechenland zum Beispiel meinen 20% der Jungen, sie seien gut vorbereitet, im Vergleich zu nur 15,7% bei den Madchen. Nur in Osterreich scheinen die Madchen mehr Vertrauen in die ihnen vermittelte Bildung zu haben als die Jungen. Mehr als ein Drittel von ihnen glauben, dass sie auf die Veranderungen in der Gesellschaft gut vorbereitet sind, wahrend etwas weniger Jungen das so sehen. Also, all diejenigen, die meinen, kein Schuler schatze seine Schule, sollten ihre Ansicht noch einmal uberdenken. Die Schule hat nicht in jedem Land den gleichen Ruf. Amos Ein wichtiger
Punkt: Die Erwartungen der Jugendlichen aus Europa an ihre Zukunft reflektieren
haufig die "Gesundheit" ihres Herkunftslandes. Je besser das
Land im Vergleich zu den anderen seine Porbleme lost, desto mehr Vertrauen
in ihr Land haben seine jungen Bewohner. Auch gesellschaftliche Faktoren
beeinflussen die Ergebnisse, die Griechen zum Beispiel sind eher Nesthocker
als ihre europaischen Nachbarn. Benjamin
Cohen |
|||||||||